Notstand in der Sonderpädagogik

Die Elterninitiative Aufschrei informiert über Herausforderungen in Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), setzt sich für die Bildungsgerechtigkeit für deren Schüler ein und erklärt, wie Sie aktiv unterstützen können.


Warum es Zeit ist, zu handeln

Die Probleme:

Rückgang der Lehrkräfte

Aktuelle Daten zeigen einen signifikanten Rückgang der Lehrkräfte in der Sonderpädagogik, was alarmierend ist. Inzwischen fehlen über 20 Prozent der Lehrkräfte!

Steigender Bedarf

Der Bedarf an ausgebildeten Sonderpädagogen wächst durch ständig steigende Schülerzahlen, jedoch bleibt die Zahl der Fachkräfte weit hinter den Anforderungen zurück. In den letzten 10 Jahren hat sich die Schülerzahl um 85% verändert!

Erheblicher Mangel

Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage führt zu einem erheblichen Mangel an Lehrkräften für Sonderpädagogik. An den SBBZ werden massiv Unterrichtsstunden eingekürzt, um die Beschulung angesichts des Lehrermangels überhaupt aufrecht erhalten zu können. Im Landkreis Konstanz betrug die Lehrerversorgung für SBBZ im Jahr 2025 nur 75%.

Unzureichende Ausbildungsplätze

Ein Mangel an Ausbildungsplätzen für Sonderpädagogen führt zu einem geringeren Angebot an qualifizierten Lehrkräften in diesem Bereich. Die kürzlich geschaffenen Ausbildungsplätze kommen laut GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) zu spät und sind nicht ausreichend.

Hohe Arbeitsbelastung

Die hohe Arbeitsbelastung für Lehrer in der Sonderpädagogik führt zu Stress und Burnout, was den Beruf unattraktiv macht. Auch an unseren Schulen verlassen erste Lehrkräfte den Dienst wegen Überlastung.

Die Auswirkungen:

Unterrichtsqualität

Der Mangel an spezialisierten Lehrkräften in der Sonderpädagogik hat negative Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität und die Lernumgebung. Die Reduzierung der Stundentafel hat gravierende Folgen: Kinder mit besonderem Förderbedarf verlieren wertvolle Lernzeit. Im Landkreis Konstanz wurde im Schuljahr 2025/2026 wiederholt die wöchentliche Unterrichtszeit von vorgegebenen 34 Stunden auf 28 Stunden heruntergesetzt. Das sind 6 Schulstunden pro Woche, die den Kindern fehlen!

Individuelle Unterstützung

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhalten häufig nicht die notwendige individuelle Unterstützung, die für den Erfolg entscheidend ist.

Zukunftschancen

Ungenügende Unterstützung in der Schule kann sich negativ auf die Lebensqualität und die beruflichen Perspektiven dieser Schüler auswirken.

Fehlende Teilhabe

Fehlende Teilhabe an der Schulgemeinschaft, keine Stärkung und Entwicklung der Sozialkompetenz. Vor allem Kinder mit Behinderungen fällt es oft schwer, über außerschulische Aktivitäten am Sozialleben teilzunehmen. Daher ist eine gemeinsame Zeit in der Schule umso wichtiger!

Unsere Forderungen:

Rücknahme der Kürzungen

Wir verlangen die sofortige Rückkehr zur vollen Stundentafel von 34 Wochenstunden, um die individuelle Förderung sicherzustellen und die Chancengleichheit zu wahren.

Mehr Lehrkräfte und Betreuungspersonal

Wir fordern sofortige Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze für Sonderpädagogik. Dazu attraktive Arbeitsbedingungen, um den Beruf wieder interessant zu machen. Und vor allem eine schnelle Einstellung von Fachkräften, um die Versorgung zu stabilisieren.

Koordinator für SBBZen

Die Probleme sind vielfältig: Lehrerversorgung, Raumnot, Betreuung. Wir brauchen eine zentrale Koordinationsstelle, die alle Belange bündelt, Lösungen vorantreibt und als Ansprechpartner für Schulen und Eltern fungiert.

Ausreichende und geeignete Räumlichkeiten

Qualitativ hochwertiger Unterricht braucht Platz. Wir fordern also genügend Klassenräume für regulären Unterricht sowie Differenzierungsräume für individuelle Förderung, Kleingruppenarbeit und Rückzugsmöglichkeiten.

Nachhaltige Lösungen statt weiterer Analysen

Die Missstände sind seit Jahren bekannt. Wir lehnen weitere Verzögerungen durch neue Studien oder Arbeitsgruppen ab.


Es ist Zeit für konkrete Maßnahmen – jetzt!